Hochwertige kostenlose Bilder – was ist da dran?

viele offene Fragen...Die Aufforderung zur Diskussion um das „gute Bild“ und die Kosten dafür

Es erstaunt mich jedesmal wieder, wenn ich bei Recherchen auf „kostenfreie Bilder“ stosse, besonders bei Empfehlungen durch Websites, die eigentlich eine gute Reputation haben, zu deren Grundssätzen  z.B. die Orientierung bei der digitalen Transformation zählt.

Digitale Transformation heisst, das Unternehmen, seine Idee, seine Leistungen und im Idealfall die Einzigartigkeit des Unternehmens  im Internet zu so gut wie möglich zu präsentieren und damit über das Internet für Umsätze zu sorgen. So weit, so gut.

Wie kommt es aber dazu, dass diejenigen, die für Aufmerksamkeit für dieses Unternehmen sorgen,den vielbeschworenen Content liefern, die dem Unternehmen Profil geben und diesen Web-Auftritt von anderen absetzen sollen, im besten Fall Hochwertigkeit, Geschmack und Kreativität vermitteln sollen, ohne Gegenleistung auskommen sollen?

Als Unternehmer bezahlen Sie Provider, Hosting, Administratoren, Webdesigner, bezahlen Dienstleistungen wie Web-Analyse, Anzeigenschaltung, SEO-Optimierung usw. Sie zahlen Steuerberater, Anwälte, Unternehmensberater…

Am Bild wird in der Regel gespart, obwohl doch so viel vom optisch guten Auftritt abhängt.

Das „gute“ Bild – ein Beispiel 

Stockfotos adé – hochwertige und kostenfreie Bilder für den schicken Web-Auftritt – eine Headline, die viel verspricht, aber wenig hält.

Bildquelle: Screenshot http://t3n.de/news/stockfotos-kostenlose-qualitative-bilder-539479/
Foto: gratisography.com

Von der Bildgestaltung ein eher nach oben genannten Kriterien „hässliches Stockfoto“, das ja ausgeschlossen sein sollte, ist dieses Bild ganz sicher nicht der Aufhänger für eine „schicke“ Website .

Trotzdem ist es „kostenfrei“, damit ist es für viele Entscheider in vielen Fällen die Alternative zum bezahlten Bild.

Es steht nur stellvertretend für viele angeblich gute Tipps, kostenfreie Bilder für kommerzielle Zwecke zu verwenden.

Ein preiswerter Kompromiss? Nicht immer.

Ich möchte nicht die Bildqualität von Bildagenturen oder der Präsentation einzelner Fotografen schönreden. Sinnfreie oder einfachst inszenierte Bilder finden sich hier wie dort.

Allerdings: Wenn ich das Beispielbild suche über Dateinamen, wird es mir nicht angezeigt, auch bei Keyword-Suche werde ich zuerst auf  eine Promotion-Site von Shutterstock, einem kostenpflichtigem Anbieter verwiesen und auf dessen Seite umgeleitet. Auf der einen Seite: Affiliate-Marketing, auf der anderen Seite: Schluss mit kostenfrei – an der Seriosität dieses Angebotes kommen leichte Zweifel auf.

Wenn ich das Bild von der empfohlenen Seite tatsächlich gefunden habe und herunter lade, erhalte ich weder Angaben zum Urheber noch zur Bildquelle.

Bildquelle: http://gratisography.com Highresdownload

Damit stelle ich mich als Nutzer ins Aus und öffne Unterlassungsaufforderungen und Klagen Tür und Tor. Die geschlossene Rechtekette kann ich nicht nachweisen – wissen Sie so denn, ob der Anbieter überhaupt berechtigt ist, das Bild zu vertreiben? Kennen Sie den Urheber, der mit Ansprüchen auf Sie zukommen kann?

Der Anspruch hochwertige und kostenfreie Bilder relativiert sich recht schnell: fast alle der Seiten sind „Fliegenfänger“, die auf Bezahlt-Content verweisen. Kostenfrei ist eine relativ kleine Auswahl, gestalterisch angeordnet zwischen  mit Instagram-Filtern bearbeiteten Handy-Pics und Urlaubsfotografie. Der Rest verweist auf lizenzpflichtige Plattformen.

Was ist guter visueller Content für Sie als Unternehmen? 

Es muss technischen oder rechtlichen Ansprüchen genügen. Den technische Ansprüchen wird heute – dank Kameratechnik – fast jeder gerecht. Die rechtlichen Ansprüche lassen sich mit mehr oder weniger Aufwand klären (siehe oben). Gestalterische Aspekte erfüllen auch viele Amateure, es gibt großartige Bilder von nicht-professionellen Fotografen oder Filmern.

Wichtig ist, dass der Kunde Ihre Bilder mit dem Unternehmen identifiziert, Ihre Ansprüche transportiert werden, kurz: dass Kommunikation stattfindet.

Das kann weder der zentrale Einkauf noch der persönlicher Geschmack entscheiden.

Die Kommunikationsleistung ist das, was zählt.

Die Fähigkeit, mit Bildern zu kommunizieren, hat nicht nur mit dem gestalterisch passenden Bildausschnitt, dem gefälligen Motiv oder der richtigen Belichtung zu tun.

Sie geht darüber hinaus, erfordert Ausbildung, Einfühlungsvermögen, Wissen um visuelle Interaktion, das richtige Bild am richtigen Ort einzusetzen.

Diese Skills sind durch Ausbildung und Erfahrung erworben und haben ihren Preis.

  • Diese liefert der Fotograf, der sich auf Ihr Unternehmen und dessen Leistungen einlässt.
  • Diese liefert eine gute Bildagentur, die Ihr Unternehmen und Ihre Aufstellung kennengelernt hat und Ihnen entsprechende Bilder vorschlägt.
  • Dies liefert ein guter Medienservice, ein guter Recherchedienst, wenn Ihr Briefing gut ist.
  • Diese liefert Ihre Werbeagentur, wenn sie Spielraum hat, wenn Bildhonorare und Recherchekosten nicht rigoros gedeckelt sind.
  • Diese liefern Ihre internen Kreativen oder extern Beauftragte, wenn sie nicht nur nach dem günstigsten Preis suchen dürfen.

Das Bild, das Sie von sich mit Hilfe visuellen Contents transportieren, zeigt Sie Ihren Bestandskunden wie potentiellen Kunden. Es ist das Bild von Ihnen, das Sie nach aussen tragen und mit dem Sie identifiziert werden.

Soll Ihr Bild für die Öffentlichkeit/Ihre Kunden beliebig, austauschbar oder billig wirken?

Der visuelle Auftritt sollte einem Unternehmen mindestens genau soviel Wert sein wie eine sichere Administration, ein funktionierender Webshop oder SEO und deren Kontrolle. Man nimmt Sie über Ihre Bilder wahr…

Was ist Ihnen das wert? Wie ist Ihre Meinung? Ich freue mich auf die Diskussion!

 

Bildquelle Beitragsbild: © Sabine Pallaske Fotografie

 

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