CC-Lizenzen – Bilder, die nichts kosten?

Es ist ein charmanter Ansatz: digitales Wissen soll offen für alle verfügbar sein. CC wird häufig als Selbstbedienung für „umsonst„ missverstanden. Dem ist nicht so und man sollte bei kommerzieller Nutzung ganz genau hinschauen.

Lawrence Lessig gründete mit anderen Netzaktivisten 2001 die gemeinnützige Organisation  „Creative Commons“ als Entsprechung von „open-content“ zu „open-source – software“. Creative Commons wollte den Urhebern und Nutzern verschiedene Lizenzen in einem einfachen Baukastenmodell zur Verfügung stellen, ausgerichtet am „Fair-Use“ – Gedanken im angelsächsischem Recht. Diesen gibt es so im europäischem Recht nicht. Die „freien“ Nutzungsarten des Creative Commons existieren allerdings im Prinzip bei uns auch: als „Schranken des Urheberechts“. Kunst, Forschung, Wissenschaft, sogar die Öffentlichkeit und Privatpersonen können in bestimmten Fällen Bilder, …

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Am Main

Die ganz und gar andere Bildbesprechung

Unter dem Titel „Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ beleuchten wir auch Aspekte des Bildschaffens, die beim Betrachten des Bildes zwar nicht sichtbar, aber entscheidend für die künstlerische und kommerzielle Verwendung sind – und damit auch für den Erfolg.

Das Bild „Kein Zutritt“ des Offenbacher Fotografen René Spalek ist Teil der Serie „Stadt, Land … Haus“, in deren Mittelpunkt Architektur und urbane Räume der Stadt Offenbach stehen. Die vorliegende Fotografie zeigt den Blick des Fotografen durch die rot gestrichene Einfahrt einer modernen Architektur in einen bepflanzten Raum. Hinweise darauf, ob es sich um ein Bürogebäude oder um ein Wohnhaus mit dem dahinter liegenden Garten handelt, gibt es nicht.

Die Spannung des Bildes entsteht dadurch, …

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Die Herren der Ringe und der Bälle

Die juristische Tour de Force durch sportliche Bildwelten

Immer wieder sind sportliche Goßveranstaltungen im Fokus von Medien und Werbetreibenden, aktuell die FIFA EM in Frankreich. Das Gleiche gilt für die olympischen Sommerspiele in Brasilen. Aber wer die vielfältige Symbolik sportlicher Superlative in Fotos und Illustrationen kommunikativ nutzen will, der sollte vorsichtig zu Werke gehen: Denn wieder einmal geht es nicht nur um das Urheberrecht der Bildschaffenden, sondern um viel weitreichendere juristische Dimensionen.

Dass man mit bekannten Sportlern ohne deren Einverständnis nicht werben darf, …

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Das Ende der Streetphotography als Kunst?

Authentische Fotografie zwischen Kunstanspruch und Persönlichkeitsrecht

Walker Evans, Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau – ihre Arbeiten sind als Kunst anerkannt. Die Fotografien gehören zum Kunstkanon, werden von Museen und Privaten gesammelt und ausgestellt und erzielen auf Kunstauktionen Höchstpreise.

„Streetphotography“ ist nicht nur Zeitdokument, sondern auch Kunst. Man sollte denken, das gelte auch für zeitgenössische, authentische Fotografie.

Dem ist nicht so, wie eine noch nicht endgültig rechtkräftige Gerichtsentscheidung aus dem letzten Jahr zeigt.

Ein Beispiel für den Konflikt von Grundrechten und für die Auslegung, …

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Michael Wollny von Jörg Steinmetz

Die ganz und gar andere Bildbeschreibung

Unter dem Titel „Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ beleuchten wir auch Aspekte des Bildschaffens, die beim Betrachten des Bildes zwar nicht sichtbar, aber entscheidend für die künstlerische und kommerzielle Verwendung sind – und damit auch für den Erfolg.

Inmitten des angedeuteten Dreiecks eines Konzertflügels die Tolle des Pianisten – ein sparsames Bild und deshalb ein so kraftvolles.

Die dynamische Aufnahme des Frankfurter Fotografen Jörg Steinmetz zeigt den bekannten Jazzpianisten Michael Wollny. Dabei versucht das Portrait nicht zu erklären. Es lässt teilhaben. An einem ebenso intimen wie auch öffentlichen Moment.

Langes Haar verbirgt das Gesicht des in sein Spiel vertieften Musikers. Wollny ist während seiner Darbietung ganz bei sich und gibt sich gleichzeitig dem Publikum Preis. …

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Der Blick von oben – neue Perspektiven für jedermann durch Drohnen?

Aerial View, Vogelperspektive, die Welt von oben hat eine ganz eigene Ästhetik, aber auch so ihre Tücken.

Der Blick von oben ist Trend. Kinofilme, Fernsehbeiträge, grossformatige Kalender, Galeristen zeigen den anderen Blick auf die Welt, eröffnen neue Perspektiven und schaffen eine ganz eigene Ästhetik. Was bisher nur spezialisierten Fotografen / Filmern vorbehalten war, scheint für jeden erschwinglich zu sein und mit Drohnen, Quadro- wie Multicoptern für alle machbar zu sein. Scheint – denn Luftaufnahmen haben ihre ganz eigene Gesetzmäßigkeit, im besonderem für die gewerbliche Nutzung von Aufnahmen.

Die Luftaufnahme für alle: Suchbegriff „Drohne mit Kamera“ …

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Soweit der Blick reicht…

Betrachtungen zur viel diskutierten Panoramafreiheit

Immer wieder taucht der Begriff Panoramafreiheit im Zusammenhang mit Urheberrecht auf – zuletzt im Zentrum einer sehr emotionalen Debatte im Herbst 2015. International lautete die Frage: „Darf ich draußen überhaupt noch etwas fotografieren?“ Tatsächlich wird der Begriff Panoramafreiheit häufig missverstanden und falsch gebraucht. Deshalb ist es an der Zeit für den bildgerechten Versuch einer Erklärung.

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Lizenzmodelle

Wie übertrage oder erwerbe ich Nutzungsrechte?

Grundsätzlich vorab: Ich werde sicher nicht in allen Beiträgen „gendergerecht“ schreiben. Ich bin der Auffassung, es geht eher um Inhalte als um Ansprache und ich hoffe, dass mir professionelle Fotografinnen / Illustratorinnen und Filmerinnen , Bildredakteuerinnen, Artbuyerinnen, femal creative directors  usw verzeihen, wenn es „der Nutzer“ oder „der Urheber“ heisst.

Jetzt zum Inhalt:

Vor der Nutzung visueller Inhalte stehen das gesetzliche Verwertungsrecht des Urhebers/ der Urheberin sowie die Einräumung von Nutzungsrechten. …

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„Das Weinfest“ von H.G. Merkel

Die ganz und gar andere Bildbeschreibung

Unter dem Titel „Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ beleuchten wir auch Aspekte des Bildschaffens, die beim Betrachten des Bildes zwar nicht sichtbar, aber entscheidend für die künstlerische und kommerzielle Verwendung sind – und damit auch für den Erfolg.

Das Bild „Weinfest“ des Landauer Fotografen Hans-Georg Merkel erzählt die Geschichte eines lauen Spätsommerabends an dem eine Gruppe von Menschen in einer ländlichen Umgebung zusammengekommen ist um das Leben zu feiern. An einem langen Tisch unter einem prächtigen Baum gehen sie dabei ausgelassen und fröhlich, aber nicht hysterisch zur Sache. Links bringt die Wirtin bereits Nachschub an Wein – das Fest hat also nicht erst eben begonnen. Vorne links tanzt ein Paar, doch nach welcher Musik? …

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So manch einer blickt mit nostalgischen Gefühlen zurück auf eine Zeit, in der man von Bildern und Filmen sprach – und nicht von visuellem Content. Auf eine Zeit, der analogen Bildwelten, wo alles überschaubarer, einfacher und gerechter erschien. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Und deshalb ist es an der Zeit für „Bildgerecht“.

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