Blackbox oder Damoklesschwert: die KSV

Die Künstlersozialversicherung ist wieder einmal Medienthema: Unternehmen rügen die Höhe der Abgabe und den bürokratischen Aufwand - aber was ist die KSV eigentlich?

Die Künstlersozialversicherung ist wieder einmal Medienthema: Unternehmen beschweren sich über die Höhe der Abgabe und den bürokratischen Aufwand. Ein Beispiel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kuenstlersozialkasse-wirtschaft-beklagt-unertraegliche-buerokratiekosten-a-1109879.html).

Die Künstlersozialversicherung sichert der der Mehrheit der freiberuflichen visuellen Künstlern ( Fotografen, Illustratoren, Filmern, Zeichnern ) eine geregelte Kranken- und Pflegeversicherung und zumindest Grundbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu. Geregelt ist dies mit dem Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten (Künstlersozialversicherungsgesetz – KSVG). Dieses soll bildenden wie darstellenden Künstlern die Möglichkeit geben, …

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die Milliardenklage von Fotografin Carol M. Highsmith gegen Getty Images

Public Domains, Content-Vermittler und die Rechtekette

Die Fotografin Carol M. Highsmith klagt gegen Getty Images, Alamy und einige deren Dienstleister vor dem Federal Court New York. Es geht um Milliarden Dollar Schadensersatz.

http://www.heise.de/foto/artikel/Die-Milliarden-Klage-gegen-Getty-Images-Eine-Analyse-3283473.html und http://pdnpulse.pdnonline.com/2016/07/photographer-seeking-1-billion-getty-images-copyright-infringement.html

Eine sehr spannende Meldung: sie zeigt zum einem die Vertriebswege:  Carol M.Highsmith stellt der Librabry of Congress die Bildnutzungsrechte  unter Public-Domain-Lizenz zur Verfügung, zur Flickr-Commons-Collection gehört auch die Library of Congress, Getty vertreibt Flickr-Bilder…

Zum anderen zeigt die Meldung sehr deutlich die Probleme mit Lizenzmodellen in unterschiedlichen Rechtssystemen. …

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Unter dem Titel „Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ beleuchten wir auch Aspekte des Bildschaffens, die beim Betrachten des Bildes zwar nicht sichtbar, aber entscheidend für die künstlerische und kommerzielle Verwendung sind – und damit auch für den Erfolg.

Das Portrait des Mädchens „Emiliana“ der Leipziger Fotografin Claudia Masur entstand im Rahmen einer Serie von Modefotografien in der Nähe von Berlin. Doch das Bild liefert keinerlei Hinweis auf Raum und Zeit. Nur das Blattwerk des Baumes im Hintergrund hat das kräftige Grün des Frühlings bereits hinter sich gelassen. Es ist Sommer – irgendwo in der nördlichen Hemisphäre. Vielleicht ein Sommer in Schweden, den wir als Kinder so gern erlebt hätten?

Licht und Farben der Fotografie sind so leicht wie ein flüchtiges Aquarell, …

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Babies, Kinder – so süße Bilder!

Kinder am Set: Shooting mit Kindern kann schwierig sein, nicht nur weil die lieben Kleinen ihren eigenen Kopf haben. Es gibt das Jugendarbeitschutzgesetz

Strahlende Kindergesichter sind aus der Werbung nicht wegzudenken.
Nicht nur bei Süßwaren, Lebensmittel, auch bei vielen Bank-und Finanzdienstleistern, in der Autowerbung, Unterhaltungs-und Kommunikationselektronik, Waschmittel, Haushaltsgeräte usw. usw. sind die lieben Kleinen Sympathieträger und – mal frech, mal süß, mal altklug – oft auch Hauptpersonen des Spots oder des Bildes.

Das Shooting mit Kindern kann schwierig sein. Die jungen Models haben oft ihren eigenen Kopf, sind schwerer zu handhaben als Hollywood-Diven und brauchen viel Aufmerksamkeit, …

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Onlinerecherche, Bilder aus dem Internet : verwaist trotz Metadaten?

Ein Problem für Nutzer wie für Urheber: viele Bilder aus dem Internet scheinen " Waisen" zu sein - es gibt keine Dateiinformationen und damit keine Angaben zum Urheber oder den Status des Werkes…

Auf der einen Seite: für alle, die visuellen Content erstellen, ist die Präsenzenz im Internet mit eigener Website und natürlich in Suchmaschinen und auf Social-Media-Plattformen ein Muss, um überhaupt mit Kunden in Kontakt zu kommen. Auf der anderen Seite ist die Suche über das Internet heute der erste Schritt, um Bilder, Filme, Fotografen, Illustratoren – kurz visuelle Medien und deren Macher –  zu finden.

Der erste Schritt für viele Nutzer: die Google-Bilder-Suche. Sehr bequem, …

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CC-Lizenzen – Bilder, die nichts kosten?

Es ist ein charmanter Ansatz: digitales Wissen soll offen für alle verfügbar sein. CC wird häufig als Selbstbedienung für „umsonst„ missverstanden. Dem ist nicht so und man sollte bei kommerzieller Nutzung ganz genau hinschauen.

Lawrence Lessig gründete mit anderen Netzaktivisten 2001 die gemeinnützige Organisation  „Creative Commons“ als Entsprechung von „open-content“ zu „open-source – software“. Creative Commons wollte den Urhebern und Nutzern verschiedene Lizenzen in einem einfachen Baukastenmodell zur Verfügung stellen, ausgerichtet am „Fair-Use“ – Gedanken im angelsächsischem Recht. Diesen gibt es so im europäischem Recht nicht. Die „freien“ Nutzungsarten des Creative Commons existieren allerdings im Prinzip bei uns auch: als „Schranken des Urheberechts“. Kunst, Forschung, Wissenschaft, sogar die Öffentlichkeit und Privatpersonen können in bestimmten Fällen Bilder, …

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Am Main

Die ganz und gar andere Bildbesprechung

Unter dem Titel „Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ beleuchten wir auch Aspekte des Bildschaffens, die beim Betrachten des Bildes zwar nicht sichtbar, aber entscheidend für die künstlerische und kommerzielle Verwendung sind – und damit auch für den Erfolg.

Das Bild „Kein Zutritt“ des Offenbacher Fotografen René Spalek ist Teil der Serie „Stadt, Land … Haus“, in deren Mittelpunkt Architektur und urbane Räume der Stadt Offenbach stehen. Die vorliegende Fotografie zeigt den Blick des Fotografen durch die rot gestrichene Einfahrt einer modernen Architektur in einen bepflanzten Raum. Hinweise darauf, ob es sich um ein Bürogebäude oder um ein Wohnhaus mit dem dahinter liegenden Garten handelt, gibt es nicht.

Die Spannung des Bildes entsteht dadurch, …

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Die Herren der Ringe und der Bälle

Die juristische Tour de Force durch sportliche Bildwelten

Immer wieder sind sportliche Goßveranstaltungen im Fokus von Medien und Werbetreibenden, aktuell die FIFA EM in Frankreich. Das Gleiche gilt für die olympischen Sommerspiele in Brasilen. Aber wer die vielfältige Symbolik sportlicher Superlative in Fotos und Illustrationen kommunikativ nutzen will, der sollte vorsichtig zu Werke gehen: Denn wieder einmal geht es nicht nur um das Urheberrecht der Bildschaffenden, sondern um viel weitreichendere juristische Dimensionen.

Dass man mit bekannten Sportlern ohne deren Einverständnis nicht werben darf, …

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Das Ende der Streetphotography als Kunst?

Authentische Fotografie zwischen Kunstanspruch und Persönlichkeitsrecht

Walker Evans, Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau – ihre Arbeiten sind als Kunst anerkannt. Die Fotografien gehören zum Kunstkanon, werden von Museen und Privaten gesammelt und ausgestellt und erzielen auf Kunstauktionen Höchstpreise.

„Streetphotography“ ist nicht nur Zeitdokument, sondern auch Kunst. Man sollte denken, das gelte auch für zeitgenössische, authentische Fotografie.

Dem ist nicht so, wie eine noch nicht endgültig rechtkräftige Gerichtsentscheidung aus dem letzten Jahr zeigt.

Ein Beispiel für den Konflikt von Grundrechten und für die Auslegung, …

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Michael Wollny von Jörg Steinmetz

Die ganz und gar andere Bildbeschreibung

Unter dem Titel „Die ganz und gar andere Bildbeschreibung“ beleuchten wir auch Aspekte des Bildschaffens, die beim Betrachten des Bildes zwar nicht sichtbar, aber entscheidend für die künstlerische und kommerzielle Verwendung sind – und damit auch für den Erfolg.

Inmitten des angedeuteten Dreiecks eines Konzertflügels die Tolle des Pianisten – ein sparsames Bild und deshalb ein so kraftvolles.

Die dynamische Aufnahme des Frankfurter Fotografen Jörg Steinmetz zeigt den bekannten Jazzpianisten Michael Wollny. Dabei versucht das Portrait nicht zu erklären. Es lässt teilhaben. An einem ebenso intimen wie auch öffentlichen Moment.

Langes Haar verbirgt das Gesicht des in sein Spiel vertieften Musikers. Wollny ist während seiner Darbietung ganz bei sich und gibt sich gleichzeitig dem Publikum Preis. …

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